Jeder nach seiner Façon

von | 23. Feb 2017 | 0 Kommentare

Ich finde es ganz wunderbar, wenn Frauen wie Katharina Neuschäfer darin aufgehen, Leute aus Afrika zu alphabetisieren. Ich finde es auch ganz wunderbar, wenn Leute wie Imad Karim argwöhnisch sind, was die Friedfertigkeit aller Einwanderer angeht, deren Ehrgeiz, Lernbereitschaft und Integrationswillen.

Ich träume von einer Welt, in der beide so handeln könnten, wie es ihren Überzeugungen entspricht. Wer helfen will und Geld spenden möchte, soll Flüchtlinge aufnehmen dürfen, soll ihnen Arbeit geben dürfen und sie alphabetisieren. Aber bitte auch nicht gegen deren Willen. Wer sagt »ich lege mein Geld lieber fürs Alter an oder für meine Enkel«, der soll das auch tun können.

Den einen von der Nächstenliebe abzuhalten, indem man ihm Ressourcen für die verordnete Fernstenliebe entzieht, empfinde ich als genauso grausam, wie der anderen zu verbieten, mit ihren Ressourcen ihrer Fernstenliebe zu fröhnen.