Hundebilder

von | 7. Mrz 2018 | 0 Kommentare

Bei Facebook bekomme ich immer wieder die Frage gestellt, mit welcher Kamera und welchen Einstellungen ich meine Hundebilder mache. Hier die Antworten und auch ein paar Tipps zum Hundefotografieren.

Ein Klick auf ein Bild vergrößert die Galerie mit meinen 20 besten Bildern auf Bildschirmgröße.

Ich nutze eine Sony Alpha 9 und folgende Objektive:
G Master 2,8 70-200mm (meist mit dem 1,4 Telekonverter)
G Master 1.4 85mm
Zeiss 1,8 55mm

Draußen belichte ich so kurz wie möglich, aber immer unter 1/750s, weil die Bilder bei quirligen Hunden und 280 mm Brennweite aus der Hand sonst trotz Stabilisator bewegungsunscharf werden. Außerdem mache ich die Blende bei meiner Vollformatkamera nicht weiter auf als 5,6 — sonst ist selbst der beste Autofokus der Welt überfordert (und mit 693 Messpunkten gibt es keinen besseren). Weiter zu als 8,0 fotografiere ich aber auch nie, weil mir sonst die Tiefenschärfe zu hoch wird. ISO stelle ich auf Auto. Bei Schnee geht natürlich ISO 100, aber mit den modernen Kameras kann man selbst bei Dämmerung und zigtausend ISO noch mit dem Rauschen leben.

Draußen ist ein Zoom-Objektiv sinnvoll, obwohl ich sonst hauptsächlich mit Festbrennweiten fotografiere, aber der Hund ist ja mal hie mal da.

Drinnen gehe ich auf 1/200 und mache die Blende auch schon mal ganz auf, wenn der Hund sich nicht bewegt. Drinnen und abends nehme ich eher meine Festbrennweiten, um die Blende bis auf 1,4 zu öffnen.

Wichtig — vor allem bei kleinen Hunden und Welpen — ist übrigens, den Bildschirm aufzuklappen und die Kamera fast auf den Boden zu legen. Andernfalls fotografiert man immer nur einen Fußboden ohne Horizont.

Das Gesicht nehme ich selten in die Mitte, sondern in die goldene Mitte, also ungefähr auf einem Drittel.

Bei Bildern in der Bewegung ist es übrigens wichtig, in der Bewegungs- oder Blickrichtung mehr Platz zu haben als in die andere Richtung, sonst rennt der Hund optisch in den Rahmen rein.

Wenn man einen zweiten Mann dabei hat, der sich um den Hund kümmert, wird alles einfacher. Wenn der Hund auf mich an der Kamera fixiert ist, gibt es selten gute Bilder. Je mehr »Action« in dem Bild ist, desto mehr Likes erzeugt es.

Neben der geringen Tiefenschärfe (Augen des Hundes scharf, Vorder- und Hintergrund unscharf) erzeugt man auch eine gewisse Dramatik, wenn der Hund hell ist und der Hintergrund eher dunkel.

Man muss nicht immer mit der Sonne im Rücken fotografieren. Bei Gegenlicht gibt es oft tolle Reflexionen auf dem Fell. Wird der Hund dann zu dunkel hilft ein Aufheller, Blitz oder Dauerlicht.

Das beste Licht hat man immer zur blauen Stunde, also morgens kurz nach Sonnenaufgang und abends vor Sonnenuntergang, bei einem Vertikalwinkel der Sonne zwischen 4 und 8 Grad. Im Sommer werden die Bilder mittags meist nicht sehr schön.

Manchmal eignet sich das Hochformat besser als das Querformat und wenn der Hund zu klein ist, kann man das Bild ja in der Nachbearbeitung kleiner schneiden (croppen).

Ich fotografiere immer in Raw, denn dann kann ich die Farbtemperatur in der Nachbearbeitung wählen und vor allem viel dunkler fotografieren und die dunklen Stellen hochziehen.

Bei der Nachbearbeitung in Photoshop erhöhe ich meist den Kontrast, schärfe die Bilder leicht nach (25-40 Prozent) und stemple hässliche Stellen im Hintergrund weg (Papierkörbe, Schilder etc.).