Kalkofe zur Dummheit

von | 31. Aug 2015 | 2 Kommentare

Wie bei allen Promi-Ansprachen der letzten Tage glaube ich, dass auch diese aus wunderbaren Bedürfnissen der Fürsorge, der Toleranz und des Friedens entstanden ist. Gleichwohl halte ich die Strategien für ungeschickt. Stehe ich da allein oder stoßen sich auch andere an einem gewissen Widerspruch in folgenden Aussagen?
Zuerst macht Kalkofe seiner Wut Luft: »Emotionslose Kreaturen und mutwillige Intelligenzflüchtlinge die derartige Dinge tun, sollte man wirklich nicht als Pack bezeichnen, denn dieser Ausdruck ist viel zu harmlos und beschönigend für solch ekelerregend, degenerierte Menschendarsteller und feige Verbrecher im faulig schimmelnden Schutzmantel des vorgetäuschten Patriotismus.«

Ein paar Minuten später sagt Kalkofe dann: »Demütigung ist kein Ausdrucksmittel der freien Meinungsäußerung, sondern schlicht und einfach ein Verbrechen.«
und
»Wir können uns nicht alle im Internet nur Wut und Hass entgegen schleudern.«
Bei seinen Adressaten stellt Kalkofe am Ende folgende Diagnose: »Wer auf Dinge, die seiner Ansicht nach falsch laufen, damit reagiert, es einfach noch falscher zu machen, dreht selbst die Spirale des Irrsinns ins Absurde und zerstört damit rein rechnerisch jede Chance auf das Richtige.«

Zugegeben: Körperliche Gewalt mit anzusehen, ist furchtbar schmerzhaft; verbale Gewalt ist jedoch nicht die einzige Antwortmöglichkeit. Man kann auch gewaltfrei seinen Schmerz ausdrücken, die eigenen Bedürfnisse formulieren und seine Wünsche nennen. Mir gelingt das leider auch nicht immer, aber wenn es mir gelingt, ist es eine viel bessere Werbung für Frieden, Toleranz und Freiheit.