Jenseits von Moralismus und Dogmatismus

Zu Ende gedacht führt die amoralische Philosophie der gewaltfreien Kommunikation (GfK) sowohl zur Antipädagogik als auch zu einer Gesellschaft ohne Gewaltmonopolisten, also ohne Staat.

Während nur wenige GfK-Praktizierende konsequent auf Erziehung verzichten — die Idee finden die meisten zumindest sympathisch —, gilt ein Verzicht auf den Staat in diesen Kreisen eher als neo-liberal, beängstigend kapitalistisch und deshalb gefährlich. Umgekehrt verhält es sich mit Staatskritikern: Die überlassen die gewaltfreie Kommunikation lieber naiven Hippies mit Gänseblümchen im Haar.

Ich habe in den folgenden acht Videos versucht, die Ideen der Herrschaftsfreiheit (Anarchie) und der Gewaltfreiheit (GfK) mit einander zu vereinen. Da die meisten Menschen Anarchie eher mit schwarz-vermummten Steinewerfern assoziieren, benutze ich seit einer Weile am liebsten den Begriff Laisser-faire. Und zwar in der Schreibweise mit r ohne z, um den Imperativ zu vermeiden. Es ist eine gewaltfreie, undogmatische Haltung, die aber nicht fatalistisch, nihilistisch oder egalitaristisch ist. Sie verzichtet nur darauf, allgemeingültige Normen aufzustellen. Mein Handlungskompass sind die universellen menschlichen Bedürfnisse wie Sicherheit und Neugier, Bindung und Autonomie. Ein Zustand, in dem meine Bedürfnisse und die der anderen erfüllt sind, ist natürlich so einem vorzuziehen, in dem das nicht der Fall ist.